Natürlich könnten Sie den Palm mit dem mitgelieferten Stift bedienen ...

Wenn Sie ihn verloren haben, können Sie für viel Geld eine Ersatzpackung mit 3 Stück (Original-Palm) oder 2 Stück (HAMA) erstehen. Sie können auch mit dem Fingernagel schreiben, eine asiatisches Essstäbchen benutzen, Zahnstocher, abgebrochene Bleistifte, leere Kugelschreiber, Streichhölzer oder sich beim Juwelier einen Stift aus edlem Metall fertigen lassen

Aus Asien kommt ein Angebot, dass für die Palm III, IIIx und IIIe/xe Gehäuse aus durchscheinendem Plastik mit passendem Stift enthält. Das Material ist äusserst spröde und die Stifte haben eine für den Bildschirm gefährliche Gussnaht

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Es gibt aber Alternativen, die mehr Freude bringen. Die Präzision der Schreibspitzen der mitgelieferten Palm-Stifte - Stylus genannt - ist nicht besonders hoch und hat seit 2000 (ab Palm IIIc) stetig abgenommen. Außerdem ist man häufig versucht, mit dem Stylus auch Papier beschreiben zu wollen, natürlich erfolglos. Findige Hersteller haben diese Defizite schnell erkannt und Schreibgeräte mit hochwertigen, präzise gerundeten und manchmal auch gefederten Spitzen herausgebracht. Oftmals hat man noch eine Kugelschreibermine und den Resetpin mit integriert. Fast allen gemeinsam ist die schnell bemerkbare Tatsache, dass ihr Einsatz die Schrifterkennung des Palm drastisch verbessert.

Es gibt schwere Metall- und leichte Plastik-Ausführungen, die recht natürlich unterschiedlich in der Hand liegen. Eine mir verfügbare Auswahl habe ich getestet und hier zusammen gestellt. Mein Erfahrung reicht dabei bis 1997 zurück und wird von vielen Nutzern, unter anderem meiner Ehefrau geteilt.

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Stylus für Palm V und M500/505 (für Großansicht bitte Bilder anklicken)

Von oben nach unten: Pentopia Chamaeleon, A. T. Cross MicroPen und die aktuellste Variante des 'Nail', der iPoint

 Stylus für Palm III-Typen (für Großansicht bitte Bilder anklicken)

Von oben nach unten: 2x Pentopia Chamaeleon  und eine Variante des 'Nail'

Der Nagel

Der Urvater des Palm Stylus war ursprünglich ein aus einem Stück Metall gedrehter, nagelähnlicher Stift 'The Nail' mit einer Nylon-Spitze. Viele Hersteller haben ihn variiert und an die verschiedenen Palm-Modell angepasst. Ihnen gemeinsam ist das Gewicht, eine gute, ungefederte Spitze abschraubbare Enden, die eine handelsübliche Kugelschreibermine (für Mehrfarbstifte) und einen Restpin verbergen. Die Oberflächen sind hochglänzend glatt bis klebrig oder rauh und sollten deshalb immer im Laden nach dem Anfassen gekauft werden. Bei allen mir bekannten Modellen sitzen die aufgeschraubten Enden recht locker und lösen sich bei intensivem Gebrauch. Trotzdem sind sie meine erste Wahl.

Das Chamäleon

High Tech aus Asien - der Pentopia Chamaeleon. Ein Plastikstift mit gefederter Spitze, einem eingebauten Kugelschreiber und einer Gummikappe zum Bedienen der virtuellen Tastatur. Auf den ersten Blick das Ideal eines Stylus. Es gibt ihn mit neon-farbenenen Enden und in den klassischen Palm-Gehäuse-Farbtönen. Die erste Serie mit blau-grauen, angeschraubten Kappen hat allerdings massive Materialprobleme - bei häufigem Gebrauch des Kugelschreibers zerbricht durch das zu feste Aufschrauben das zu dünne Plastik des Innengewindes und der Stift wird dadurch eigentlich unbrauchbar. Ersatz wird vom Hersteller aus USA zwar geleistet, ist aber wegen des teuren Versandweges nicht unproblematisch. Die Neon-Ausführung und die Ausführung mit der aufgeklipsten Kappe (für Palm V und m500/505) scheinen hiervon nicht mehr betroffen.

A. T. Cross - lebenslange Garantie

Das Statussymbol des weltgewandten Geschaftsmannes wird auch als PDA-Schreiber geliefert. Es handelt sich hierbei um eine typisches Seriengehäuse mit einer Spezialmine. Damit füllt man dann mangels Befestigungsmöglichkeit am Palm sein Schreibetui zusätzlich. Ein Geschenk also für den, der schon alles hat - ich habe noch keinen (aber natürlich die 'andern' Cross-Schreibgeräte...).

A. T. Cross liefert aber auch einen Stylus, den MicroPen mit einer interessanten Technik für alle handelsüblichen PDA in passenden Ausführungen.
In der Spitze befindet sich keine Schreibspitze, sondern eine handelsübliche Kugelschreibermine zum Beschreiben von Papier. Sie wird durch Drehen der Stiftspitze Cross-typisch hervorgebracht und zurückgezogen. Die Kappe besteht aus einer kräftigen, angespitzten Gummi-Halbkugel, die laut A. T. Cross ein papierähnliches Schreibgefühl erzeugen soll. Der Stift selbst ist mit einer 'soft touch shell for writing comfort' ausgestattet - im realen Leben eine eklig klebrige Oberfäche, die den Nutzer zum Händewaschphobisten macht. Auch hier gibt es eine lebenslange Garantie - vermutlich auch auf die klebrige Oberfläche.

Mehrfarbstifte mit PDA-Schreibminen

Einige Hersteller liefern klassische Mehrfarbkugelschreiber mit einer speziellen PDA-Mine. Besonders bekannt sind hier der Rotring Quattro Pen (mit Tinte, Bleistift, Marker und gelber PDA-Mine) und der Lamy Duo Pen (Tinte und graue PDA-Mine). Sie lassen sich zwar nicht im Palm befestigen, sind aber Modell-unabhängig und durch ihre Vielseitigkeit auch ohne Palm nützlich.

Angesichts der Preise dieser beiden Stifte kommt man natürlich schnell auf die Idee, die PDA-Mine in anderen Mehrfarbstiften einzusetzen, etwa im Tschibo-Stift mit der guten Handführung oder dem ähnlichen 'online'-Produkt im McPaper-Shop der Post AG und auch im wirklich empfehlenswerten Werbegeschenk-Produkt des VDI. Sie passen fast überall, wo die kleinen, handelsüblichen Minen auch hineinpassen. Die Rotring-Mine DATA M1 ist etwas besser gerundet als die Lamy-Mine, aber entsprechend teuer.

Fingernägel abgekaut ?

Nicht nur dann, sondern auch zum Schutz der Bildschirmoberfläche und beim Imbiss sollten die Fingernägel nicht als Schreibgerät genutzt werden. Wer's trotzdem liebt, möge sich das Produkt von Concept Kitchen im Fellowes-Vertrieb (damit überall erhältlich) einmal ansehen - Plastikfingerhüte mit Schreibspitze. Mir hat's keinen Spaß gemacht, aber das mag an meinen Gichtfingern liegen.

Es ist nicht leicht, in Europa ein Geschäft zu finden, das alle die Produkte gleichzeitig anbietet. Einiges wird bei den bekannten Palm-Versendern angeboten, die Schreibgeräte-Lösungen sind im guten Schreibwarenhandel und insbesonderen in den Kaufhof-Warenhäusern oft vorrätig. Eine gute Übersicht und prompte Lieferung erlebte ich bei Styluscentral.com in USA. Bei einer Sammelbestellung sind auch die Versandkosten nicht mehr so schmerzhaft und werden bei den oft sehr preiswerten Sonderaktionen meist gut ausgeglichen. Auch Franklin-Covey in USA hat eine Auswahl an Stylus in den Läden der Megastädte. Die Preise der 'Stylus-Replacements' liegen etwa zwischen $10 und $20.

Will Berghoff 2002