Eine aktuellere Übersicht liefert das PDA-Forum
Mitte 1996 bereicherte die bisher besonders als Modem-Hersteller bekannt gewordene Firma US-Robotics (USR) den bisher dahindümpelnden Markt der - elektronischer Organizer oder Personal Digital Assistant (PDA) genannten - Kleinstcomputer mit einem neuen Konzept:
Preiswert, klein, handlich, mit leistungsfähiger Ausstattung, ohne Tastatur und mit brauchbarer Handschrifterkennung sollte dieses Gerät den Markt regelrecht aufrollen. Das einzige Gerät mit einem vergleichbaren Konzept, der deutlich teurere Newton, gab dann auch 1 Jahr später seinen Abschied. Mit 4 Millionen verkauften Geräten (Stand 2/99) nennt sich der heutige USRobotics-Besitzer 3COM auch in diesem Bereich 'Marktführer'.
Leider haben die Erfinder des Palm das Unternehmen längst verlassen und Handspring gegründet. Sie bieten ebenso Alternativen auf PalmOS-Basis an wie SONY mit dem Cliè. Aber auch 3COM hat die Palm-Division als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. Und seit der Einigung auf Zusammenarbeit zwischen Symbian/EPOC und Palm werden wöchentlich neue Projekte angekündigt. Besonders interessant erscheinen Nokias Pläne, Mobiltelefon mit PalmOS zu bauen und die Möglichkeit, PalmOS- und PSION-Programme gleichzeitig zu nutzen.
Seit Jahren gibt es neben den Tastatur-Geräten von Casio, HP, Psion und Sharp auch noch schrumpfende Konkurrenz aus dem Hause Microsoft (in Zusammenarbeit mit einer unübersichtlichen Vielfalt von Hardware-Produzenten) - die Windows-CE-Familie, nun in Version 3.0. Mit Gehäuseformen, die optisch teilweise stark am Palm orientiert sind, unterscheiden sie sich doch in Batteriestandzeit, Handhabbarkeit, Leistungsfähigkeit unterschiedlich negativ und in Bildschirm-Darstellungsqualität meist deutlich positiv vom Palm. Als Benutzeroberfläche dient hier eine in Stabilität und Erscheinungsbild kaum bemerkbare Abwandlung des bekannten Betriebssystem-Aufsatzes 'Windows'. Phillips (NINO) hat diesen Markt wie einige andere Hersteller wegen der starken Palm/PSION-Konkurrenz bereits wieder aufgegeben. Selbst die EPOC-Gruppe zerfällt.
Zur Zeit beherrschen also 3 Gruppen den Markt - man kann sie an dem verwendeten Betriebssystem ausmachen:
- 3COM mit dem OS
- Psion/Ericsson/Nokia/Motorola mit EPOC/SYMBIAN
- Die Windows-CE-Familie (HP, Philips, Compaq, Casio, LG, Sharp u.a.)
Folgende USR/3COM/PalmOS-Produkte sind am Markt:
| seit 1996: |
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| seit 1997: |
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| seit 1998: |
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| seit 1999: |
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| 1999: |
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| 2000: |
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| 2001: |
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Die meisten Palm wurden bzw. werden unter der Bezeichnung 'IBM Workpad' in anderer Gehäusefarbe von IBM angeboten. Statt des Palm Desktops ist eine Synchronisation mit dem mitgelieferten Lotus Organizer vorgesehen. Technisch sind die Geräte identisch.
Traditionell werden alle Geräte mit seither wenig veränderten Anwendungen Kalender, Aufgaben, Adressen, Notizen ausgeliefert. Dazu wurde der sogenannte Desktop als PC-Anwendung mit gleichem Leistungsumfang (aktuell V. 3.01 frei verfügbar, V. 3.1 ab Palm IIIx und V) mitgeliefert. Bisher waren alle verbesserten Versionen nach kurzer Zeit auch für die Nutzer älterer Geräte kostenlos verfügbar.
Diese Standardanwendungen und das Mailprogramm können über die immer mitgelieferte Docking-Station, 'Cradle' genannt, mit einem bisher nicht gekannten Komfort zwischen Palm Pilot und PC-Anwendung mit hohem Tempo und größter Stabilität synchronisiert werden. Genau dies macht den Erfolg des Gerätes im Wesentlichen aus. Die Eingabe der Daten mit einer sehr standardisierten Handschrift ist schnell erlernt, im Zweifelsfall kann eine Tastatur eingeblendet und per Stift genutzt werden.
Hinzu kommt ein durch die Produktpolitik des Herstellers gestütztes Angebot an preiswerter oder freier Software für eine Vielzahl von speziellen Bedürfnissen, vom drahtlosen E-Mail-Verkehr über Spiele, Datenbanken bis zu Fernkontrolle von Rechnersystemen und GPS-Gestützten Kartensystemen sowie eine Reihe nützlicher Peripherie von 3COM und Drittanbietern.
So kann man seinen Palm mit Farbfolien und farbigen Gehäusen bunt gestalten, in beliebig weiche oder harte, große oder kleine Hüllen packen, analog oder via GSM online gehen, einen Kompaß, einen GPS-Empfänger oder ein Alarmlicht anstecken, luxuriöse Stifte statt des beigefügten Einfachmodelles benutzen, via Infrarot drucken oder den Fernseher bedienen. Es ist fast nichts unmöglich und fast alles bezahlbar. Deshalb reagieren die Anwender auch regelmäßig äußerst aggressiv auf Mitmenschen, die kostenpflichtige Palm-Software ohne Zahlung nutzen wollen, denn hier würde das System geschädigt und die Bereitschaft der vielen Freizeitprogrammierer bestraft. Der gesamte Bereich der Soft- und Hardware-Add-Ons wird nämlich von Freizeitkräften und Kleinunternehmen abgedeckt, wobei einige durch diesen Markt doch beachtlich gewachsen sind.
Auch der Handel hat in diesem Feld andere Strukturen: Außer dem Gerät selbst kann man nur wenig des angebotenen Zubehörs in Ladengeschäften und Großanbietern erwerben. Der Spezialversandhandel hat den Markt für sich erobert. Damit ist gerade im Software-Bereich der Handel schon zu einem virtuellen Geschäft geworden, bei dem nur noch Bits und Bytes gegen Kreditkartennummern ausgetauscht werden.